bad to good: Positiv- und Negativ-Beispiele aus der Marketing-Praxis – Teil 4: Corporate Blogs


Corporate Blogs im Marketing richtig anwenden

Corporate Blogs sind keine Selbstläufer. Wer dieses Tool im Marketing ergänzend einsetzen möchte, kommt nicht umhin, einige Dinge zu beachten, damit die Sache funktioniert: Dialogbereitschaft, interessanter Themenmix und Charakter sind einige davon.

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Nach Teil 1, Teil 2 und Teil 3 unserer bad-to-good-Serie geht es im heutigen 4. Teil um das Thema „Corporate Blogs“.

Wie immer haben wir eine positive und eine negative Vorgehensweise in direkter Gegenüberstellung miteinander verglichen:

Negativ-Beispiel: Corporate Blogs, die…

… keine Möglichkeit des Dialogs bieten: Das Unternehmen hinter dem Blog hat möglicherweise Angst vor kritischen Stimmen und geht deshalb thematisch auf Nummer sicher. Unkomplizierte, in sich geschlossene Artikel ersticken den Dialog mit dem Leser im Keim: Die Beiträge sind so gestaltet, dass der Leser kaum Spielraum hat, sich zum Thema zu äußern – Kritik wird so von vornherein ausgeschaltet.
Möglicherweise werden im Artikel alle Fragen zum jeweiligen Thema bereits beantwortet – dem Leser fehlt dadurch der Anreiz, per Kommentar Zusammenhänge etc. zu hinterfragen. Ausbleibende Kommentare sind ggf. die Folge.

… keine Persönlichkeit ausstrahlen: Hier fehlen Charakter und persönlicher Stil – der Blog wird offenbar nicht als persönlicher Kommunikationskanal genutzt. Durch die fehlende Individualität kann ein Corporate Blog austauschbar werden – und am Leser vorbeiziehen.

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… aktuelle Themen ignorieren: Der Unternehmensblog konzentriert einzig auf das eigene Unternehmen mit dem entsprechenden Produkt-Angebot. Der Verkauf ist hier das deutliche Ziel, aktuelle Themen, die dem Leser interessanten Mehrwert bieten könnten, werden außen vor gelassen.

… nur sporadisch bloggen: Der Leser findet hier nur selten neue Blogposts. Das unregelmäßige Veröffentlichen neuer Beiträge lässt eine mangelhafte Pflege des Blogs erkennen und vergrault ggf. die Besucher, die noch kommen. Wer öfter vorbeischaut und in der Regel keine neuen Artikel vorfindet, verliert das Interesse und besucht den Blog künftig vielleicht gar nicht mehr.

… nur das eigene Unternehmen beweihräuchern: Die Inhalte drehen sich nur um das eigene Unternehmen, ständig wird auf die Marke/das Produkt hingewiesen und der Firmenname findet sich an jeder Ecke. Viel neues gibt es hier nicht, Wiederholungen von Unternehmens-Infos und Produkthinweisen hingegen in hoher Frequenz.

… sich von anderen Blogs isolieren: Verlinkungen mit themenverwandten Blogs/Portalen finden nur selten statt, lieber wird das gleiche Thema isoliert gepostet. Die fehlende Vernetzung mit anderen themenrelevanten Plattformen kann dazu führen, dass Trends etc. zu spät erkannt werden und der Anschluss ans aktuelle Geschehen verpasst wird.

Positiv-Beispiel: Corporate Blogs, die…

… den Dialog mit ihren Lesern suchen: Das Mitwirken der Leser ist erwünscht, die Artikel des Corporate Blogs animieren die Leserschaft dazu, Kommentare abzugeben. Dies können gerne auch kritische Einwände sein, das Unternehmen hinter dem Blog zeigt sich offen für Anregungen und geht mit Interesse auf Leserstimmen ein. Dem Seitenbesucher wird neben Informationen auch eine Plattform zur Diskussion geboten.

… Persönlichkeit haben: Die Beiträge werden von Mitarbeitern des Unternehmens selbst geschrieben, sie stammen nicht von beauftragten Agenturen. Dadurch entsteht ein authentisches Bild und der Blog entwickelt Individualität und einen Wiedererkennungswert.
Ein Plus: Besonders positiv ist die Vorstellung der Mitarbeiter. So bekommt der Blog ein Gesicht – was beim Leser Vertrauen schafft.

… aktuelle Themen behandeln: Ein solcher Blog bedient die Interessen der Leserschaft und sorgt mit der Aufbereitung aktueller Themen und Trends für leserorientierten Mehrwert. Neben Unternehmens-News und Produkthinweisen erhält der User somit wertvolle Informationen, die ihn bestenfalls auch in der Praxis unterstützen.

… regelmäßig neue Beiträge posten: Der User trifft hier regelmäßig auf neue Beiträge. Die gute Blogpflege schafft einen Anreiz für Wiederholungsbesuche.

… über den Unternehmens-Tellerrand hinausschauen: Werbung für das eigene Unternehmen/die eigene Marke wird auf ein notwendiges Maß begrenzt, wodurch genügend Raum für aktuelle/leserfreundliche Themen bleibt, die dem User Mehrwert bieten. Der Themenmix gestaltet sich ansprechend und abwechslungsreich.

… netzwerken: Der Corporate Blog arbeitet aufgeschlossen und ohne Scheuklappen: Stolpert man über interessante Beiträge auf anderen Blogs, werden diese gerne auch einmal erwähnt bzw. verlinkt. Hinweise auf weitere themenrelevante Plattformen bieten dem Leser abermals Mehrwert.

1 Kommentar

  1. Tanja sagt:

    „Angst vor kritischen Stimmen“ trifft es genau.

    Ich glaube, deshalb fürchten viele Unternehmen den Corporate Blog so stark.
    Aber wenn kritische Stimmen eintreffen, ist ein Blog doch auch genau die richtige Anlaufstelle dafür – besser, als dass die kritischen Stimmen verpuffen oder sich an anderer Stelle (Foren z.B.) zu Hass gegen ein Unternehmen entwickeln.
    Ein toller Beitrag, aus dem ich viel mitnehmen kann. Danke!

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