bad to good: Positiv- und Negativ-Beispiele aus der Marketing-Praxis – Teil 5: Linktausch-Anfragen


Woran man unseriöse Linktausch-Anfragen erkennt und wie man es besser macht

Wer regelmäßig E-Mail-Anfragen hinsichtlich Linkpartnerschaften / Linktausch in seinem Postfach vorfindet, sieht sich entsprechend häufig der Aufgabe gegenüber, die Anfrage auf Relevanz und Verwertbarkeit zu prüfen – besonders wenn man selbst partnerschaftlichen Linkbuilding-Maßnahmen grundsätzlich offen gegenübersteht.

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Einerseits will die Chance auf Partnerlinks genutzt werden, andererseits will niemand auf schwarze Schafe hereinfallen. Wichtig ist daher die Kompetenz, gute Linktausch-Anfragen von schlechten zu unterscheiden und – im Fall der Eigeninitiative – selbst wirkungsvolle Anfragen zu verfassen.

In Teil 5 unserer Serie „bad to good“ (hier geht’s zu Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) widmen wir uns dem Thema Linkbuilding – im Speziellen den Linktausch-Anfragen.

Negativ-Beispiel: Unseriös – Fehlerhaft – Inhaltsleer

Anrede: „Sehr geehrte/r Frau/Herr,

Der Absender wählt bei der Anrede eine allgemeine Formulierung und vermeidet es, den Empfänger mit Namen anzusprechen. Die Anrede ist dadurch unpersönlich und wirkt unseriös. Zudem lässt eine solche anonyme „Begrüßung“ den Schluss zu, dass es sich hier um ein automatisiertes Massen-Anschreiben handelt.

Inhalt: „Mein Name ist *** (nur Vorname) und ich arbeite für ***** (Name der Website), das einer der führenden online Casinoguides ist.
Ich habe Ihre Homepage (keine konkrete Nennung der Seite) gesehen und es hat mir sehr gefallen. Wäre denn eine Zusammenarbeit, wobei beide Seiten profitieren würden, möglich?

Auf Rückmeldung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
*** “

Zu bemängeln sind hier mehrere Punkte.

  • Zunächst der Ausdruck / die Rechtschreibung: Das Schreiben ist hinsichtlich der Formulierungen fehlerhaft und macht dadurch einen nachlässigen Eindruck. Ein seriöser Absender würde sich bei der Erstellung eines Anschreibens höchstwahrscheinlich etwas mehr Mühe geben.

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  • Vorstellung mit Vornamen: Soll hier ein kumpelhafter Ton angeschlagen werden? Dann hätte der Absender sich wohl eher für ein DU entschieden. Hier soll keine lockere Atmosphäre geschaffen werden, hier wurde offenbar einfach nicht nachgedacht. Wer sich salopp mit Vornamen vorstellt, sollte zumindest darauf achten, dass es zum Rest des Schreibens passt. Fast immer jedoch schraubt eine solche Vorstellung die Kompetenz des Absenders herunter. Für den Empfänger ein Grund, die Anfrage zu löschen.
  • Themenrelevanz: Casino-, Pokerseiten und ähnliche Plattformen bieten sich gern bei völlig themenfremden Seiten an. Nicht nur, dass „Casino“ sowieso unmittelbar auf etwas Unseriöses schließen lässt – es ist themenbezogen auch absolut irrelevant, wenn der Empfänger der Anfrage beispielsweise ein Portal zum Thema Immobilien betreibt.
  • Kein konkreter Bezug: „Ihre Homepage“ – welche der zahlreichen Websites des Empfängers mag der Absender wohl meinen? Wer so allgemein auf die angeblich so interessante Website verweist ohne diese konkret zu nennen, zeigt deutlich, dass er sich in keinster Weise mit der entsprechenden Seite beschäftigt hat bzw. ein Massen-Anschreiben versendet hat.

Absender: Merkwürdig klingender Name

Bei extrem merkwürdigen Namen, empfiehlt es sich, den Absender einmal im Netz zu überprüfen. Häufig handelt es sich bei den Absendern von Linktausch-Anfragen nämlich um fiktive Personen. Eine entsprechende Online-Personenrecherche kann ggf. Abhilfe schaffen.

E-Mail-Adresse des Absenders: ***@yahoo.com

Freemail-Adressen können auf eine unseriöse Herkunft hindeuten. Eine eigene Domain-E-Mail-Adresse macht in jedem Fall einen vertrauenswürdigeren Eindruck.

Positiv-Beispiel: Seriös – Fehlerfrei – Aussagekräftig

Anrede: „Sehr geehrter Herr Mustermann,“

Persönliche Anrede – ein erstes gutes Zeichen.

Inhalt: „Mein Name ist *** (vollständiger Name) und ich bin Betreiber der Website ***, welche sich inhaltlich mit den Themen XYZ beschäftigt.
Soeben habe ich bei der Themenrecherche Ihre Website *** (konkrete Seite) gefunden, die in meinen Augen ansprechende weiterführende Informationen zu meinen Inhalten bietet.
Aufgrund der Themenverwandtschaft unserer Websites kann ich mir gut einen Linktausch vorstellen, der für beide Seiten Vorteile und Nutzen nach sich zieht wie bspw. den ein oder anderen zusätzlichen Seitenbesucher.

Besteht Ihrerseits Interesse an einem solchen Linktausch?

Gern können Sie sich hier (URL der Website) einen Eindruck unseres Angebots verschaffen.

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte unter:

Name Ansprechpartner
E-Mail-Adresse
Tel.-Nr.

Mit freundlichen Grüßen
***”

  • Ausdruck / Rechtschreibung: Ein einwandfreies Anschreiben, das ein seriöses und kompetentes Bild vermittelt.
  • Vorstellung: Der Absender stellt sich mit seinem kompletten Namen vor – ebenfalls ein Zeichen für Seriosität und Transparenz.
  • Themenrelevanz: Der Website-Betreiber hinter der Anfrage bietet ähnlichen Content wie der Empfänger, ein Linktausch kann hier also durchaus für beide Seiten sinnvoll sein. Aufgrund der Themenverwandtschaft bietet ein entsprechender Link natürlich einen vielfach höheren Wert als ein Backlink von einer themenfremden Seite. Ein Backlink hingegen, der von einer thematisch völlig irrelevanten Seite kommt, kann für den Empfänger bei entsprechender Häufigkeit sogar negative Folgen haben.
  • Konkreter Bezug: Hier wird die konkrete Website genannt, die für einen Linktausch in Frage kommt – für den Empfänger der Anfrage ist dies ein Hinweis darauf, dass sich der potenzielle Linkpartner tatsächlich mit der in Frage kommenden Website beschäftigt hat und an einer sinnvollen Linkpartnerschaft interessiert ist.

Absender: Vertrauenswürdiger Name

Bei Bedarf bietet sich natürlich trotzdem immer noch eine Personenrecherche an, ist aber bei einem seriösen Gesamteindruck meist nicht notwendig.

E-Mail-Adresse des Absenders: Die E-Mail-Adresse basiert auf der eigenen Domain

Der Absender wirkt damit vertrauensvoller als mit einer Freemail-Adresse.

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3 Kommentare

  1. Auch Linktausch-Anfragen können als Belästigung empfunden werden – und sind somit wie konventioneller Spam prinzipiell abmahnfähig. Wer selbst solche Anfragen versendet, sollte das unbedingt im Hinterkopf behalten.

  2. Sabine Abstoss sagt:

    Richtig – Linktausch-Anfragen sollten seriöse Kooperations-Anfragen sein, von denen beide Seiten profitieren können – und keine Spam-Mails.
    Gerade deshalb ist es von so großer Wichtigkeit, seriöse Anfragen von Spam unterscheiden zu können und auch beim eigenen Versenden von Anfragen zu wissen, was man vermeiden sollte, um keinen Spam zu produzieren/verschicken.

  3. Michael sagt:

    Hi,

    ich habe gerade vor Gericht erreicht, das Linktauschanfragen als Spam zu bewerten sind.

    Ausnahmen:

    Der Empfänger macht auf der Seite deutlich, das er solche Anfragen wünscht.
    oder
    Man verschickt ein KONKRETES ANGEBOT (\"ich würde 5 Euro zahlen…\")

    Gerade (wie bei mir), wenn Seitenbetreiber durch Texte den Empfang ablehnen, sollte man nicht trotzdem was schicken.

    Am besten durch Inserate nach Interessenten suchen, aber nicht einfach tausende Mails versenden…

    Das Urteil findet Ihr unter dem Namen (Link)

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