Crowdsourcing bei Pril: Wenn eine Social Media Kampagne andere Wege einschlägt als gedacht


Total viral: Der Mitmach-Wettbewerb von Henkel

Screenshot http://mein.pril.de/ : Die Crowdsourcing-Aktion der Marke Pril

Kann Social Media Marketing auch Richtungen einschlagen, die von den Kampagnen-Machern so nicht beabsichtigt wurden? Es kann. Aktuelles Beispiel ist die Crowdsourcing-Aktion der Marke Pril. Doch wie es scheint, können gerade diese vermeintlichen Werbefallen einem Unternehmen zum viralen Marketing-Erfolg verhelfen.

Die Macher der Marketing-Kampagne von Pril hatten es sich so schön ausgemalt: Im Internet einen Wettbewerb starten, bei dem Teilnehmer das Design zweier limitierter Editionen der Spülmittel-Flasche entwerfen können. Zu diesem Zeitpunkt dachte man in der Marketing-Abteilung sicher nicht daran, dass neben Vorschlägen, die beispielsweise aus farbenfrohen Ornamenten bestehen, auch Ideen Gestalt finden, die so gar nicht auf den ersten Blick auf eine Pril-Flasche gehören.

Die Social Media Kampagne von Pril im Detail

Der Design-Wettbewerb fand im Internet, und zwar auf der Webseite der Marke Pril statt. Hier konnten Teilnehmer mittels eines Label Designers die Farben der Flaschen, die Kappe und diverse Elemente, Schriftstärken und Formen auswählen, die sie gerne in ihr Etikett-Design integrieren möchten. Nach Fertigstellung konnte der Teilnehmer seine Idee allen anderen in einer Galerie zeigen. Ab diesem Zeitpunkt galt es, möglichst viele Stimmen für den eigenen Entwurf zu sammeln. Denn unter den 10 Designs, die am meisten Votes erhielten, ermittelte die Pril-Jury dann zwei Gewinner. Dies konnte der Teilnehmer via Facebook machen, indem er beispielsweise den Link zu seinem Entwurf auf der Pril-Fanpage postete. Auch alle anderen Internet-Kanäle, wie Twitter, StudiVZ oder der eigene Blog konnten und sollten genutzt werden. Je bekannter, desto besser.

Das Hintertürchen im Social Media-Wettbewerb von Pril

Bei der Auswahl der Gewinner hatte sich die Marke Pril jedoch ein Hintertürchen offen gelassen. Nicht die Wettbewerb-Teilnehmer sollten die letztlichen Entscheider über die beiden limitierten Sonder-Editionen sein, sondern das Unternehmen selbst. Begründung: Dies sei eine notwendige Absicherung, da die beiden Gewinner-Designs in einer sehr hohen Auflage produziert und im Einzelhandel vertrieben werden sollen. Daher sollten sie auch zur Marke Pril passen. Doch genau hier lag das „Problem“. Denn die zeitweise beliebtesten Designs mit den höchsten Votes passten in den Augen der Kampagnen-Macher nicht so ganz zur Marke.

Die beliebtesten Pril-Flaschen-Designs

Da ist der Entwurf von Peter. Er trägt den Namen „PRIIIIIIIIIIIIIIL“ und wird von einem schaurigen monster-artigen Gesicht geziert. Er konnte mit die meisten Stimmen für sich gewinnen. Und dann war da zeitweise auf Platz 2 der Entwurf eines Werbetexters, der mit seiner dadaistischen Grillhähnchen-Zeichnung („Schmeckt lecker nach Hähnchen“) in den letzten Wochen bereits auf so manchem Blog Erwähnung fand. Weitere vordere Plätze wurden von Designs belegt, von denen eines eine Grillwurst ziert und das andere „mit frischem Brezelduft“ daher kommt.

Fazit: Pril beschreibt sich selbst als „eine Marke mit echtem Kult-Charakter“. Mit dieser Social Media Marketing-Kampagne wurden nun nicht mehr nur die üblichen Zielgruppen angesprochen, sondern der Kreis wurde um die junge, internet-affine Zielgruppe erweitert. Sie aktiv an der Gestaltung der Marke Pril zu beteiligen, diese Idee hatte in der Tat virales Marketing-Potential und beschert dem Unternehmen Henkel im Internet viel Aufmerksamkeit. Daran dürften gerade diese eher ungewöhnlichen und nicht ganz ernst gemeinten Designs nicht ganz unschuldig sein. Das Pril-Beispiel zeigt jedoch, dass man als Marketer stets mit unabsehbaren Folgen rechnen muss, wenn Internet-User in eine Kampagne mit einbezogen werden. Wie mit dem Ausgang der Aktion dann umgegangen wird, das liegt in der Hand des Unternehmens.

Wenn Sie wissen möchten, welchen Verlauf die Mitmach-Aktion dann schlussendlich nahm und warum Pril zu allem Überdruss auch noch den Ärger der Community auf sich zog, dann lesen Sie den Artikel Misslungene Pril-Kampagne: Die Macht der Community unterschätzt

2 Kommentare

  1. Tanja Handl sagt:

    Aufmerksamkeit ist gut – das darf man nicht vergessen. Ob es jetzt genau in die gewünschte Richtung geht oder nicht, ist schwer vorher abzuschätzen (ganz offensichtlich). Doch ich glaube wenn Pril sich darauf einlässt kann es von dieser neuen Aufmerksamkeitswelle sehr profitieren. Ein super Beitrag darüber was man alles erwarten kann/muss!

  2. Hallo 🙂
    Wie siehts aus, darf ich hier für meine wirklich guten Entwürfe noch etwas Werbung machen?
    Denn ich als freiberufliche Grafikerin könnte diese Werbung auf der Prilflasche für mich WIRKLICH sehr gut gebrauchen !!!

    Bitte VOTEN:
    —————–
    http://mein.pril.de/gallery#/design/26931
    http://mein.pril.de/gallery#/design/54417
    http://mein.pril.de/gallery#/design/31629
    http://mein.pril.de/gallery#/design/26907
    http://mein.pril.de/gallery#/design/26962

    Vielen lieben Dank schonmal fürs hoffentlich hier freischalten, thx,
    vlG
    Yvonne Onischke (Matzat)

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