IKEA Marketing: Was macht der Milliarden-Verdiener eigentlich anders?
Jeder kennt ihn, viele gehen gerne hin: Beim schwedischen Möbelkonzern IKEA hat fast jeder schon mal eingekauft – und das gerne auch öfters. So verwundert es nicht, dass das Unternehmen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 Milliardengewinne einfuhr. Trotz Krise stieg der Gewinn um 11,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Dies belegen die erstmals in der Konzerngeschichte veröffentlichten Ergebniszahlen. Auch der Umsatz legte um 1,4 Prozent auf rund 22 Mrd. Euro zu.
Ende August zählte IKEA 280 Einrichtungshäuser in 26 Ländern. Tendenz steigend, denn Konzernchef Mikael Ohlsson kündigte in der Stockholmer Zeitung “Dagens Industri” Expansionspläne für Serbien und Kroatien an. Auch Südkorea und vielleicht Indien stehen auf dem Plan. Große Vorhaben für den erfolgreichen Konzern IKEA, der offensichtlich eine ganze eigene und äußerst wirksame Strategie in Sachen Marketing verfolgt.
Marketing bei IKEA funktioniert anders als bei anderen
Dass IKEA so erfolgreich ist, hat sehr viel mit Marketing zu tun. IKEA-Marketing ist kreativ und innovativ und überrascht den Endverbraucher, die Zielgruppe, mit jeder Marketing-Strategie aufs Neue. “IKEA – Weil es dein Zuhause ist” heißt es im Werbespot, und das nimmt man dem Möbel-Konzern auch tatsächlich ab. In seinen Marketing-Kampagnen macht das Unternehmen auf familiär, der Kunde wird direkt mit “du” angesprochen. Nähe zur Marke und zu den Produkten wird erzeugt. Marketing bei IKEA ist aber auch witzig und frech, und es ist zeitgemäß.
Social Media Marketing bei IKEA
Immer mehr Unternehmen nutzen Social Media für ihr Marketing, wenn hier auch noch mehr getan werden kann – wie eine Studie des Brand Science Institute zeigt, über die wir hier bereits berichtet haben.
Wie ein Unternehmen mit Social Media punkten kann, hat IKEA mit dieser Facebook-Marketing-Kampagne vorgemacht:
Dass IKEA mit dieser Kampagne zugleich virales Marketing betrieb, zeugt von der Genialität der Idee. Die Bilder der IKEA-Produkte wurden durch diesen Wettbewerb automatisch oder durch Empfehlungen auf sämtlichen Facebook-Profilen verteilt. Eine riesige Zahl an relevanten Konsumenten wurde mit kleinem Aufwand und vor allem geringeren Kosten als bei anderen Marketing-Kampagnen erreicht.
Marketing durch Kundenbindung
Zielgruppen des Möbelkonzerns sind junge Paare und Familien. Wer bei IKEA einkauft, will sich keine Statussymbole zulegen. Stattdessen schätzt man hier Kundenbindungsinstrumente wie Spielflächen, Kinderbetreuung oder Wickelräume, um als Eltern in Ruhe das Angebot zu sichten und Beratung in Anspruch zu nehmen. Nicht unerwähnt darf im Rahmen von IKEA-Marketing die Gastronomie bleiben. So sind Köttbullar, die schwedischen Fleischbällchen, bestimmt jedem IKEA-Kunden ein Begriff. Und auch der IKEA-Katalog wird jedes Jahr aufs Neue von vielen Konsumenten sehnsüchtig erwartet. Er ist eben kein Katalog wie jeder andere.
Die Liste der Marketing-Ideen des IKEA-Konzerns würde sich beliebig weiterführen lassen. Fakt ist, dass die schwedische Möbelkette mit ihrem Marketing äußerst erfolgreich ist – erfolgreicher als andere Unternehmen. Hierfür geht IKEA stets neue und den Verbraucher überraschende Wege.
Mit “Spannung” dürften die Umsatzzahlen für Deutschland erwartet werden. Diese veröffentlicht das Unternehmen Ende Oktober. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatz auf rund 3,3 Milliarden Euro, was ungefähr 15 Prozent der weltweiten Geschäfte ausmacht.



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