Interview mit Anders Sundt Jensen: Mercedes-Benz und seine Marketingstrategie


Herr Anders-Sundt Jensen,

Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars

Das Beste oder nichts! Der Leitsatz von Gottlieb Daimler prägt nach wie vor die Unternehmenskultur der legendären Marke Mercedes-Benz. Und so, wie sich die Zeiten rasant ändern, passen sich auch die Marketingstrategien der neuen Ära an. Im Interview sprechen wir mit Anders Sundt Jensen über die innovativen Konzepte und Strategien, die Mercedes-Benz im Marketing entwickelt und realisiert hat.

Herr Jensen ist seit November 2008 Leiter der Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars.

marketingshop.de: Herr Jensen, Sie sind seit November 2008 Leiter der Brand Communications Mercedes-Benz Cars in Stuttgart. Was genau umfasst Ihr Aufgabengebiet?

Anders Sundt Jensen: Zusammen mit meinem Team bin ich für das Markenmanagement und die weltweite Kommunikation für unsere Marken Mercedes-Benz, smart und Maybach zuständig. Das umfasst z. Bsp. Aktivitäten im Bereich Begegnungskommunikation, in der Digitalen Kommunikation, klassischen Kommunikation sowie im Sponsoring.

marketingshop.de: Das Beste oder nichts: Aktuell präsentiert sich Mercedes-Benz nach außen hin souveräner und entschlossener denn je als führende Marke. Dies zeigt auch das neue Markenzeichen. Hat hier ein Umdenken stattgefunden, das heißt steuern Sie in neue Richtungen?

Anders Sundt Jensen: Wir haben seit der IAA 2007 eine massive technologische Aufholjagd erfolgreich gestaltet. Unsere Fahrzeuge sind heute die effizientesten im Premiumbereich. Zurzeit befinden wir uns mitten in einer Offensive, was vor allem für unsere Produkte gilt. In den Jahren 2010 und 2011 werden wir 16 neue Modelle auf den Markt bringen. Mercedes-Benz ist also hervorragend für die Zukunft aufgestellt. Als letzten wichtigen strategischen Baustein haben wir uns unsere Marke noch einmal genau angesehen. Die Marke ist unser größtes und wertvollstes Asset. Wir haben die wertvollste Automobilmarke der Welt – und setzen alles daran, dass dies so bleibt und sich noch verstärkt. Dazu gehört ein selbstbewusster Markenauftritt, den wir mit unserer Anspruchshaltung „Das Beste oder nichts.“ unterstreichen.

marketingshop.de: Welche Resonanzen auf die neue Kampagne konnten Sie bei Ihrer Zielgruppe beobachten?

Anders Sundt Jensen: Zunächst einmal war die Resonanz unserer Führungskräfte und Mitarbeiter auf die Präzisierung der Markenpositionierung und insbesondere die interne Anspruchshaltung „Das Beste oder nichts“ hervorragend. Auch extern ist die bisherige Resonanz auf unsere Markenkampagne durchweg positiv. Die neue Positionierung der Marke erweist sich als authentisch, schlüssig und überzeugend.

marketingshop.de: Bleiben wir bei den neuen Marketingstrategien: Social Media ist in aller Munde. Welche Social Media Strategien sind für Mercedes Benz besonders interessant, um stetig im Bewusstsein und natürlich im Dialog mit Kunden und Interessenten zu bleiben?

Anders Sundt Jensen: Social Media- und generell Online-Plattformen sind seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer Kommunikationsstrategie. Wir betrachten sie als weiteren Kommunikationskanal neben den klassischen Kommunikationsmaßnahmen. An erster Stelle steht bei uns natürlich immer die gezielte Ansprache der Zielgruppen mit unseren Produkten. Daher nutzen wir alle verfügbaren Kommunikationskanäle – von Print über TV bis hin zu Online, also auch Social Media Plattformen wie Facebook, Youtube etc. Voraussetzung für Social Media Aktivitäten ist natürlich immer, dass es für Mercedes-Benz relevante Zielgruppen gibt, die wir ansprechen und erreichen können. Wir betrachten Social Media gesamtheitlich, d.h. sehen Social Media als festen und relevanten Baustein in unserer Kommunikation.

marketingshop.de: Auch Blogging gehört zu Ihren Maßnahmen. In diesem Jahr wurde sogar eine Blogging-Kampagne gestartet. Welche Effekte erhoffen Sie sich davon?

Anders Sundt Jensen: Marken und deren Image werden sehr stark durch Dialog geprägt. Und dieser Dialog findet auch im Netz und somit auf Social Media Plattformen statt. Der vermeintliche Kontrollverlust, vom dem oft die Rede ist, steht dem Zugewinn an Vertrauen und Glaubwürdigkeit gegenüber. Es entsteht eine authentische Kommunikation auf Augenhöhe, von der die User als auch die Marke profitieren. Wir sehen Social Media Aktivitäten nicht als „Einbahnstraßen-Kommunikation“, d.h. als Kommunikation in einer Richtung von Unternehmen zum Kunden, sondern auch als Feedbackkanal, den wir ernst nehmen. Um überhaupt mit der Fülle und Vielfalt der Feedbacks und Informationen umzugehen, setzen wir aktuell ein umfassendes Tool zum Monitoring auf.

marketingshop.de: Noch zum Schluss: Drei Fehler, die man im Social Media Marketing unbedingt vermeiden sollte:

Anders Sundt Jensen: Ich will nicht von Fehlern sprechen. Sie können im Netz nur mit offenem Visier antreten und auf Augenhöhe offen und glaubwürdig mit den Usern kommunizieren. Alles andere wäre über kurz oder lang nicht erfolgreich.

Herr Jensen, herzlichen Dank für das Gespräch!

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