Jeder 2. Arbeitgeber recherchiert online über Bewerber – wie geht man dabei vor?


Das Internet bietet eine Fundgrube für jedermann – was auch immer man sucht. Arbeitgeber suchen Informationen zu Bewerbern.

Gern macht man sich als Arbeitgeber ein umfassenderes Bild von einer Person, als das, welches gewöhnlich über die Bewerbungsunterlagen transportiert wird. Wie erlebt man einen potenziellen Mitarbeiter, wenn man als Arbeitgeber einen anderen Blick auf Bewerber wirft als lediglich über Foto, Anschreiben und Lebenslauf? Schließlich sind potenzielle Mitarbeiter im Web privater unterwegs als im Bewerbungsgespräch. Arbeitgeber dürften mit einem authentischeren Eindruck rechnen.

Welche Informationsquellen zu potenziellen Mitarbeitern können Arbeitgeber nutzen?

Eine BITKOM Studie ergab, dass sich ca. die Hälfte der Arbeitgeber im Internet über ihre Bewerber informiert.

49 Prozent nutzen dafür Suchmaschinen. Google & Co. spucken eine Menge Informationen zu Personen aus.

>> Wer sich also von einem potenziellen Mitarbeiter ein Bild machen möchte, welches in seinem Umfang über einen herkömmlichen ersten Eindruck durch übliche Bewerbungsunterlagen hinausgeht, kann sich mit Suchmaschinen behelfen. So lassen sich Personen unkompliziert „aufspüren“.

Online-Netzwerke, die sich der Karriere und beruflichen Verknüpfung widmen, ziehen ein Fünftel der Arbeitgeber zu Rate, wenn Sie mehr über einen Kandidaten herausfinden wollen.

>> Nützlich, um zu sehen, wie sich ein Bewerber in einem Online-Karriere-Netzwerk präsentiert, sind Seiten wie Xing oder LinkedIn. Geht es bei der Bewerbung um eine Position, die ein souveränes und professionelles Auftreten nach außen erfordert, wie beispielsweise bei Führungskräften etc., dann kann schon ein fehlendes Xing-Profil nachteilig sein. Ist der Bewerber bei Xing oder LinkedIn vertreten, können viele Dinge eine Menge über ihn aussagen: Wie zeigt er sich auf seinem Profilfoto? Wie umfangreich ist sein Netzwerk? Welchen Gruppen gehört er an? Wofür interessiert er sich? Als Arbeitgeber merken Sie auf diese Weise häufig sehr schnell, ob Sie ein gutes oder weniger gutes Gefühl bei einem Bewerber haben.

19 Prozent der Arbeitgeber nutzen über Karriere-Netzwerke hinaus sogar soziale Netzwerke aus dem privaten Bereich.

>> Schauen Sie als Arbeitgeber bei sozialen Netzwerken wie Facebook vorbei, um einen Blick auf Ihren Job-Kandidaten zu werfen, erhalten Sie noch einmal einen anderen Eindruck von der Person. Logisch: Eine Privatperson zeigt sich anders als eine Person, die sich um einen Job bewirbt. Inwiefern hier verlässliche Schlüsse von der Privatperson auf die berufliche Person gezogen werden können, sei einmal dahingestellt. Grobe Schnitzer allerdings, die den Bewerber untragbar für Ihr Unternehmen erscheinen lassen, können Ihnen durchaus „die Augen öffnen“ und Kriterien aufzeigen, die Sie in Bewerbungsunterlagen nicht finden. Ebenso werden Sie die Bestärkung finden können, dass die entsprechende Person tatsächlich zu Ihnen passt und Sie ein gute Wahl getroffen haben.

Über Gesetzentwurf zum Mitarbeiterschutz wird noch beraten

Was irgendwo auch befremdlich klingt, ist nach wie vor weiterhin rechtlich zulässig: Arbeitgeber dürfen im Internet nach Bewerbern suchen. Dennoch haben viele Internetnutzer das Gefühl, dass ihre Privatsphäre verletzt wird. Ein derzeit existierender Gesetzentwurf beinhaltet, dass Arbeitgeber künftig nur noch Karriereportale wie zum Beispiel Xing oder LinkedIn zur Bewerber-Recherche heranziehen dürfen. Wie dies jedoch in der Praxis überprüft werden soll, sei unklar, so der BITKOM Präsident Prof. Dieter Kempf.

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