Online Reputation und das (deutsche) Privatsphäre-Paradoxon


Florian Schütz, Manager Social Media & PR bei Yasni

Wer sich als Freelancer, Selbstständiger, Experte oder Arbeitnehmer im Netz präsentieren, seine Karriere-Chancen erhöhen oder neue Kunden gewinnen will, für den ist ein guter Ruf im Netz unerlässlich. Doch wie verträgt sich eigentlich Selbstmarketing mit Privatsphäre und Datenschutz – einem der meist diskutierten Themen im Internet? Dieser Frage ist Florian Schütz von der Personensuchmaschine Yasni in folgendem Gastbeitrag nachgegangen.

Mit dem kostenlosen Exposé bietet Yasni ein Tool, um die Sichtbarkeit der eigenen Person im Netz aktiv und nachhaltig zu steuern. Entscheidend für ein erfolgreiches Selbstmarketing ist hierbei, mit den richtigen Informationen im Netz sichtbar zu sein und zu den persönlich relevanten Keywords auch gefunden zu werden. Doch wie vertragen sich Begriffe wie „Datenschutz“ und „Privatsphäre“ mit einem nachhaltigen Selbstmarketing? Welche Informationen zum eigenen Namen sind bereits im Netz und welche schaden womöglich meiner Karriere?

Datenschutz in Deutschland ein sensibles Thema

Gerade letzteres ist in Deutschland ja ein besonders sensibles Thema. Ohne Daten im Netz und Angaben zum eigenen Angebot bleibt dieses jedoch (zumindest online) unsichtbar. Ein Vergleich aus der Offline-Welt: Was nützt einem Bewerber die schönste Bewerbungsmappe, wenn kein Personaler diese je zu sehen bekommt? Nichts. Online Reputation bedeutet also nicht, dass man sich im Netz versteckt, mit einem Synonym auftritt oder man versucht, alle Informationen zur eigenen Person löschen zu lassen. Man sollte genau dort mit allen benötigen Informationen sichtbar sein, wo sich potentielle Interessenten für das eigene Angebot aufhalten. Gleich, ob Facebook, Twitter, Xing oder die aktive Präsentation mit Hilfe des Yasni Exposés in Suchmaschinen wie Yasni, Google oder Bing.

Intime Informationen haben im Netz nichts zu suchen

Doch warum gibt es hier in Deutschland so eine intensive Diskussion um die Privatsphäre und den Datenschutz? Kein Mensch käme auf die Idee, in der analogen Welt intime Informationen großflächig an Litfaßsäulen zu kleben. Es besteht also kein Grund, dies im Netz zu tun und mit einer Portion gesundem Menschenverstand lässt sich dies auch ohne Panik oder Angst vor dem Social Web bewerkstelligen.

Internet-Guru Jeff Jarvis nennt die Diskussion in Deutschland das “Privatsphäre-Paradoxon“. Xing-Gründer Lars Hinrichs schließt sich dieser Formulierung in einem Interview an und betont, dass für US-amerikanische Konzerne im Internet alles erlaubt ist, was der Nutzer nicht ausdrücklich ausschließt. Wir Deutsche seien beim Thema Daten schlicht paranoid.

Unterscheidung zwischen Privatsphäre und Intimsphäre wichtig

Im Hinblick auf die Online Reputation ist es also wichtig, zunächst zwischen Privatsphäre und Intimsphäre zu unterscheiden. Um aktiv am Netz teilzunehmen, muss man seine Privatsphäre zunächst ein Stück weit aufgeben und Informationen teilen. Dies bedeutet aber nicht, dass man intime oder sensible Informationen nicht zurückhalten kann, wenn man das möchte. Eine Person, die allerdings überhaupt keine Informationen über sich im Netz preisgeben oder teilen will, lässt das große Potential des Webs und von Social Media ungenutzt brach liegen. Und wer aktives Selbstmarketing betreiben will, der nimmt seine Erscheinung im Netz selbst in die Hand.

Über den Autor: Florian Schütz ist seit Mitte 2009 bei der Personensuchmaschine Yasni als Manager Social Media & PR in Frankfurt beschäftigt. Yasni ist mit 50 Millionen Zugriffen im Monat der meist genutzte Ausgangspunkt für Personen-Recherche und Reputation Management.

Darüber hinaus hat Yasni unter www.marketing-mitarbeiter.de ganz frisch eine Seite für alle Personen im Netz rund um das Thema Marketing gelauncht. Fachleute können sich dort gezielt präsentieren und Unternehmen neue Mitarbeiter finden.

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