Praxistipp SEO: Linkaufbau – so nicht!


Links von anderen Websites gehören – neben gutem Content und einer für Suchmaschinen gut lesbaren Webseiten-Struktur – zu den wichtigsten Faktoren der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Gute eingehende Links zu bekommen, ist mit harter Arbeit (der Produktion von gutem Content) verbunden. Und: Es dauert. Eine nachhaltige Linkstruktur muss wachsen und kann nicht einfach durch den massenhaften Einkauf von Links auf irgendwelchen Seiten erzielt werden. SEO-Agenturen, die letzteres als vorrangige Strategie für den Linkaufbau anbieten, sind mit Vorsicht zu genießen.

Ein Beispiel aus diesem Blog hier soll die mit dieser Art von Linkaufbau verbundenen Probleme verdeutlichen: Vor etwa zwei Wochen liefen mit einem Mal dutzende von Spam-Kommentaren bei uns ein. Sie kamen von verschiedenen Websites, drehten sich aber immer um das gleiche Thema aus dem Glücksspiel-Bereich und sollten offensichtlich die „SEO-Strategie“ der darin verlinkten Websites stützen. Natürlich erblickten diese Kommentare nie das Licht der Internet-Welt, sondern wanderten unmittelbar in den Spam-Ordner.

Da die Spamflut aber trotz Nichtveröffentlichung nach einigen Tagen nicht abebben wollte, gingen wir der Sache auf den Grund: Alle Websites, auf die die Spamkommentare verlinken sollten, hatten eines gemeinsam: Sie verlinkten ihrerseits alle auf dieselbe Website, auf der ein spezielles Spielsystem angeboten wurde.

Spamkommentare mit SEO Links – keine geeignete Linkaufbau-Strategie

Während auf den diversen Websites mit den SEO-Links kein Impressum zu finden war, so hatte die Site, auf der am Ende alle Links zusammenliefen, sehr wohl die übliche Anbieterkennzeichnung mit Kontaktmöglichkeiten. Wir schrieben den Websitebetreiber an und baten ihn, unseren Blog von der Linkaufbau-Strategie über Spamkommentare zu verschonen – ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. Doch die kam, prompt und sehr freundlich:  Der Websitebetreiber schrieb, er habe weder etwas mit den Spamkommentaren noch mit den Websites zu tun, die sie verbreiten, er habe darauf „lediglich Links erworben“.

Freundlicherweise leitete er unser Ansinnen an die SEO-Agentur weiter, die für ihn die Links gekauft hatte – von da an kam nie wieder einer dieser Glücksspiel-Spamkommentare auf unserem Blog an.

Drei Hinweise für nachhaltigen Linkaufbau

Diese Episode verdeutlicht drei Dinge, die man immer im Hinterkopf behalten sollte, wenn man selbst Linkaufbau betreibt, bzw. das einer SEO-Agentur überlassen möchte:

Schlechte Links bringen eine schlechte Reputation: Wer SEO-Links auf dubiosen Websites kauft (ein fehlendes Impressum auf einer deutschsprachigen Seite ist schon ein schlechtes Zeichen), der riskiert seinen guten Ruf: Nicht nur bei den Nutzern, sondern vor allem auch bei Suchmaschinen. Sie beziehen den Wert der Websites, von denen aus verlinkt wird, mit in die Bewertung einer Seite mit ein. Schlecht bewertete oder gar abgestrafte Websites zum Linkaufbau zu nutzen bringt also nicht nur keinen Vorteil, sondern in vielen Fällen sogar Nachteile für die eigene SEO.

Spamkommentare sind KEINE Linkaufbau-Strategie: Mit Nonsense-Kommentaren ohne Bezug zum kommentierten Artikel und gespickt mit Links wird immer noch oft versucht, Linkaufbau auf fremden Blogs und Websites zu betreiben.

Diese Linkaufbau-Strategie ist – von ihrer moralischen Zweifelhaftigkeit mal ganz zu schweigen – von vornherein zum Scheitern verurteilt: Erstens werden in den meisten Blogs Kommentare erst geprüft, bevor sie freigeschaltet werden. Die allermeisten Spamkommentare landen also direkt im digitalen Müll. Und zweitens bringen in den meisten Fällen die Links in Kommentaren nichts für den Linkaufbau, da sie mit dem nofollow-Attribut versehen sind. Das bedeutet, dass Suchmaschinen diese Links nicht als Hinweis auf die Qualität des verlinkten Inhalts werten, sondern sie schlicht ignorieren.

Wer eine SEO-Agentur beauftragt sollte genau hinsehen, mit welchen Methoden sie arbeitet: Die wenigsten Unternehmen oder Selbständigen haben die Zeit und das Knowhow sich selbst um die Suchmaschinenoptimierung ihrer Website zu kümmern. Das ist auch nicht nötig, schließlich gibt es genug Spezialisten für Linkaufbau und andere SEO-Maßnahmen.

Leider aber gibt es einige schwarze Schafe in der Branche, die wie im Beispiel oben mit zweifelhaften Methoden/Partnern arbeiten. Wer eine Agentur engagieren will, sollte also zumindest grundlegende Kenntnisse der Suchmaschinenoptimierung haben und sich genau darlegen lassen, wie die SEO-Agentur vorzugehen gedenkt.

9 Kommentare

  1. Alexander sagt:

    Sehr schöner Artikel ich finde auch, dass im Bereich SEO viel zu oft der Reputationsfaktor einfach weitergeschoben wird. Da muss dann jeder selber sehen. Ich glaube wenn man erstmal einen Ruf versaut hat ist es sehr schwer das wieder in Ordnung zu bringen und das Internet vergisst nicht so schnell. Dann hilft einem auch eine gute Position in den SERPs nicht mehr.

  2. Jonas sagt:

    Hallo Regina,

    vielen Dank für den Artikel.
    Ich finde es unmöglich, dass es immer noch „SEO“-Agenturen gibt, die es auf diese Art und Weise versuchen und leider oft genug auch noch damit durch kommen.
    Frage:
    Weißt du um welche Agentur es sich handelt und hast sie absichtlich nicht veröffentlicht, oder hattest du nur Kontakt zu dem Seitenbetreiber?
    Grüße
    Jonas

  3. Thomas sagt:

    Unglaublich dass es auch noch im Jahr 2010 so viele Spammer gibt, die mittelbar auf ihr Projekt spammen. Google ist weiter als noch vor 6 Jahren…

  4. Regina Deckart sagt:

    Hallo Jonas,
    ich weiß nicht, wer der SEO dahinter war – und habe auch nicht näher nachgefragt. Mir war nur wichtig, die Absurditiät des Vorgehens darzustellen…
    Viele Grüße
    Regina

  5. Schimmel sagt:

    Sehr interessanter Artikel. Unglaublich eigentlich, dass es Agenturen gibt, die so etwas mit ruhigem Gewissen anbieten.

  6. Axel sagt:

    Mich verwundert eigentlich, dass diese Agenturen noch überleben. Ich denke, mit einer sauber angelegten Backlinkdatenbank und etwas Recherche ist ein Qualitätssprung deutlich spürbar.

  7. Sabine sagt:

    Herzlichen Dank für den Artikel. Gerade den Hinweis darauf, daß man sich durch diese Spam-Links selbst den guten Ruf zerstört, finde ich besonders wichtig!

  8. pete sagt:

    erst einmal möchte ich mich für den beitrag bedanken. er ist sehr informativ und aufschlußreich.
    es ist wirklich schwierig einen guten linkaufbau hinzubekommen.
    gerade so seo agenturen sollte man dabei echt nicht unterstützen. ein wunder das es sie noch gibt.
    ich denke, eigeninitiative ist das stichwort….

    grüße

  9. Nico sagt:

    Auch wenn der Artikel bereits mehr als ein Jahr auf dem Buckel hat, hat er nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Es gibt ja viele Dienstleister, die mit fertigen Backlinkpaketen werben, ohne das der Auftraggeber weiß, wo diese Links überhaupt gesetzt werden. Ich denke genau dadurch entsteht auch ein sehr hohes Risiko, auch wenn die Preise für diese Pakete vielleicht sehr attraktiv/günstig erscheinen. Wenn ich lese „250 Backlinks für 99€“ klingeln bei mir jedenfalls die Alarmglocken.

Kommentar schreiben

Bitte Sicherheitscode eingeben: