Studie iPad-Effects 2010: Welche Folgen hat das Nutzerverhalten für’s Marketing?
Wie sieht eigentlich das Nutzerverhalten von iPad-Usern aus, rund ein halbes Jahr nach Markteinführung des iPads in Deutschland?
Eine Studie des Online-Vermarkters Tomorrow Focus Media zeigt: Am liebsten wird das iPad zu Hause genutzt und zwar vorrangig für private Zwecke. Die Anzahl derer, die das iPad vorzugsweise in den heimischen vier Wänden zur Hand nehmen, liegt nach Angabe der „iPad-Effects“-Studie bei fast 80 Prozent.
Während der größte Teil der User mit dem iPad private Interessen verfolgt, verwendet lediglich ein Anteil von 1,4 Prozent das Pad als reines Arbeitsgerät.
Die Tatsache, dass rund 85 Prozent der Studien-Teilnehmer mehrmals täglich mittels iPad online sind, verdeutlicht die intensive Beschäftigung der Nutzer mit dem Apple-Gerät.
Das iPad und seine Folgen für das Marketing
Für Online-Händler ist das durchgreifende Interesse am iPad und besonders die umfassende Nutzung im privaten Bereich eine willkommene Entwicklung. Auffällig bei der privaten iPad-Nutzung: Besonders zwischen 17.00 und 20.00 Uhr beziehungsweise ab 20.00 Uhr (über 80 Prozent) widmen sich User ihrem iPad.
Mehr Nähe zum Kunden
Für den Bereich E-Commerce zieht dieses Nutzerverhalten folgende Konsequenzen nach sich: Da der größte Teil der Online-Aktivität nicht länger im Arbeitszimmer stattfindet, sondern sich mehr und mehr Richtung Wohnzimmer und Couch verlagert, werden beispielsweise Spontankäufe spontaner und voraussichtlich auch häufiger.
Der Onlinehändler rückt immer näher an den Kunden heran, und möglicherweise kommen mit dem iPad nun auch Zielgruppen ins Netz, die bisher im Web noch nicht aktiv waren. Im Prinzip ermöglicht das iPad E-Commerce-Anbietern, potenzielle Kunden direkt auf der heimischen Couch abzuholen und so ggf. als Neukunden zu gewinnen.
Wichtig für E-Commerce-Anbieter ist hier die gründliche Anpassung bestehender Plattformen. Onlineshops müssen für das iPad extra optimiert werden – und Benutzer wünschen hier mehr als lediglich eine Blätter-Funktion. Die Herausforderung für Unternehmen liegt also mehr und mehr auch in der Entwicklung personalisierter Services.
Neue Werbeformate
Für Marketingfachleute und Werbetreibende öffnen sich neue Wege im Online Marketing, denn durch das iPad können Unternehmen immer mehr überall dort sein, wo sich die Zielgruppe / der Kunde bewegt.
Mit dem iPad kommen neue Werbeformate: So kann beispielsweise die Interaktion auf dem großen Touchscreen Marken und Produkten völlig neue Möglichkeiten der Inszenierung eröffnen. Auch spezielle iPad-Apps sorgen für eine neue Form der Display-Werbung. Unternehmen können dabei eigene Apps entwickeln oder aber in fremden Apps werben.
Ebenso eignet sich das große Displays des iPads für eine Integration von Werbeclips aus Internet- und TV-Werbung.
Eine lukrative Zielgruppe macht noch keinen Massenmarkt
Es sei dazugesagt, dass der Kreis der iPad-Nutzer zwar eine lukrative Zielgruppe, längst aber noch keinen Massenmarkt darstellt. Dafür ist dem Großteil der Verbrauchermasse das Preisgefüge für mobile Internetzugänge laut „iPad-Effects“-Studie schlichtweg noch zu hoch.
Zudem ist mit einem Anteil von 4,2 Prozent die Nutzung von Shopping-Apps im Vergleich zu Informations-Apps (38 Prozent) und Service-Apps (ca. 22 Prozent) noch sehr gering. Für Shopbetreiber also ein noch sehr ausbaufähiger Bereich.



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