Visitenkarten: Keine zweite Chance für den ersten Eindruck


„Wenn die Visitenkarte nicht nur gut aussieht, sondern sich auch außergewöhnlich gut anfühlt“ – sechs überzeugende Beispiele für eine tolle Haptik von Visitenkarten präsentiert Ralph Hadem in diesem Gastartikel.

Gerade bei Visitenkarten spielt die Haptik eine wesentliche Rolle in der Gesamtwirkung. Oder halten Sie Ihrem Gegenüber die Karte zum Lesen vor die Nase? Eben! Der erste Kontakt findet mit den Fingern statt und erst dann betrachtet und liest Ihr Gegenüber, was Sie ihm in die Hand gedrückt haben. Wenn Sie bei der Haptik punkten, ist die Karte – und damit auch Sie – schon in die positive Schublade einsortiert. Für diesen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Jetzt können die anderen Verstärker der Visitenkarte mit einem gekonnten Design und sinnvollen Informationen ihre Arbeit tun.

Neben der Oberfläche spielt auch die Stärke des verwendeten Papiers eine wesentliche Rolle. Ab 300 Gramm Flächengewicht geht es in den hochwertigeren Bereich. Bei 400 Gramm wird es edel; alles darüber sorgt für einen außergewöhnlichen Eindruck. Die Frage nach dem richtigen Material stellt sich nicht nur bei besonderen Visitenkarten, sondern bei jeglichen Drucksachen. Sie müsste wohl eher lauten: Welche Materialien eignen sich für welche Branche oder welchen Menschen? Ein Beispiel, dass sofort einleuchtet, ist die Verwendung von Holz oder Holzfurnier für Menschen, die in der Holzindustrie ihr Geld verdienen. Aber auch Metalle, Gummi und Kunststoff sind recht einfach den entsprechenden Branchen zuzuordnen.

Das passende Material für die jeweilige Branche

Etwas komplizierter wird die Auswahl bei Dienstleistern wie etwa Ärzten, Rechtsanwälten oder auch Steuerberatern. Das Material soll hochwertig sein aber bitte nicht aufdringlich. An dieser Stelle ist beispielsweise der Einsatz von Kartons mit besonderen Strukturen oder auch ein Duplexmaterial angebracht. Die Vorderseite besteht aus einem reinweißen Feinkarton, während die Rückseite mit einem durchgefärbt dunkelblauen Material glänzt. Wichtig ist, dass sich der Designer schon zu Beginn des Gestaltungsprozesses mit geeigneten Produktionspartnern kurzschließt und sich so alle Möglichkeiten offenhält.

Sechs Beispiele für außergewöhnliche Haptik

Die folgenden Beispiele sind alle im „digitalen Siebdruck” produziert. Dabei handelt es sich um ein spezielles Digitaldruckverfahren, das gerade bei kleinen Auflagen – wie sie bei Visitenkarten nun einmal anfallen – deutliche Kostenvorteile gegenüber konventionellen Druckverfahren hat.

  • Digitaldruck in weiß auf Coffe-to-print noir in 350 Gramm
    Das Material ist über den Papiergroßhandel erhältlich und wird in fünf warmen Kaffeetönen geliefert. Der Druck erfolgt als digitaler Siebdruck in deckendem weiß. Durch die Farb-/Materialkombination erscheint das Druckbild leicht silberfarben. Der Vintage-Effekt der Schrift passt gut zu der rauen Oberfläche des Materials. Ein tolles Design auf einem außergewöhnlichen Papier. Es wurde beidseitig 1-farbig weiß gedruckt.


  • Visitenkarten auf Gmund Color System
    Das schöne, ungeglättete Naturpapier von den Tegernseer Feinstpapier-Spezialisten gibt es mehr als 50 verschiedenen Farbtönen. Hier kam die Nummer 21 in 300 Gramm zum Einsatz. Auf dem neutral grau durchgefärbten Karton erfolgte der Druck in Deckweiss plus Euroskala 4c. Um ein Durchscheinen des grauen Kartons zu verhindern, wurde die grüne Typo weiß unterdruckt.


  • Holzvisitenkarten
    Zu Beginn des Artikels kam der Bezug der Visitenkarten aus Holz zu Menschen zum Ausdruck, die mit diesem Naturmaterial ihren Lebensunterhalt verdienen. In diesem real produzierten Beispiel kam Microwood zum Einsatz. Die Stärke entspricht etwa einem 400 Gramm dicken Karton. Das besondere an dem Material ist der Schichtaufbau: Auf einen Kartonträger wird beidseitig Echtholzfurnier aufkaschiert. Dies führt zu einer halbwegs ordentlichen Planlage, auch bei stärkeren Klimaschwankungen. Microwood gibt es in mehreren Sorten, etwa in Kirsche, Ahorn, Buche oder auch Zeder. Die helleren Sorten lassen sich sehr gut vierfarbig bedrucken. Bei den dunkleren Materialien empfiehlt sich der Druck in deckendem Weiß.


  • Visitenkartenkarten aus Wellpappe
    Die besondere Herausforderung bei den luftig leichten Karten aus Wellpappe steht darin, sie nach dem Druck so zu schneiden, dass die feine Welle von der Schneidemaschine nicht platt gedrückt wird. Das Material ist 1,5 Millimeter stark und in braun oder weiß erhältlich. Beide Farben eignen sich für die vierfarbige Bedruckung im digitalen Siebdruck, die braune Variante zudem für die Bedruckung in weiß. Wie bei allen anderen Karten lässt sich das Format frei wählen, da im Großbogen produziert wird.


  • Schwere Graupappe für leichte Karten
    Eine reizvolle Kombination ist die Verwendung von 1,5 oder 2 Millimeter starker Grau- oder auch Buchbinderpappe für die kleinen Visitenkarten. Der rustikale Charme des Materials passt wunderbar zu naturnahen Themen oder Unternehmen. Auch Umwelt- und Biomarken profitieren von der vollkommen „zeitgeistfreien” Eleganz des Materials. Der Druck ist sowohl vierfarbig als auch einfarbig weiß möglich.


  • Lederoptik und Lederhaptik
    Natürlich wäre auch die Produktion in Echtleder möglich. Allerdings ist der Aufwand schon recht hoch. Da trifft es sich gut, dass die Papierfabrik Gmund ein Papier mit Namen Alezan auf den Markt gebracht hat. Hier bekommt man in mehr als einem Dutzend Farbtönen eine naturgetreue Lederoptik und Haptik in Form eines 300 Gramm schweren Kartons. Und der lässt sich wunderbar im digitalen Siebdruck bedrucken. Sowohl vierfarbig wie auch einfarbig weiß.


Was bei Visitenkarten in kleinen Auflagen gut funktioniert, lässt sich auch auf andere Druckprodukte übertragen. Eine Einladung zur Galerieeröffnung, ein besonderer „Tag der offenen Tür“, ein Firmenjubiläum oder eine außergewöhnliche Werbemaßnahme – passende Anlässe für edle Haptik gibt es viele. Lassen Sie sich die Chance für einen besonderen Handschmeichler beim Übergeben Ihrer Werbemittel nicht nehmen. Sie werden damit besonders lange im Gedächtnis bleiben, denn viele bewahren solche speziellen Drucksachen noch lange Zeit auf. Wegwerfen ist doch viel zu schade …

Ralph Hadem ist Geschäftsführer der Frankfurter Digitaldruckerei Colour Connection GmbH, die sich auf die Produktion außergewöhnlicher Drucksachen in kleinen Auflagen spezialisiert hat.

1 Kommentar

  1. Karola sagt:

    Ich finde, dass gute Werbemittel oder Visitenkarten heute sooo wichtig sind. Daher sind die oben dargestellten Visitenkartenmodelle echt toll. So fällt man mit seinem Produkt wenigstens noch auf und geht nicht in den Massen der Visitenkarten komplett unter. Eine Investition, die sich meines Erachtens wirklich lohnt.

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